Freitag, 31. Juli 2009

Und Snoopy hat den Basti nicht gebissen...

Am Anfang stand das Nass.
Früh am Morgen und ohne eigentlichen Schlaf brachen wir in strömenden Regen von der Kidlerstraße gen Bahnhof auf...und zwar zu Fuß, was uns nasses Gepäck bescherte. Am BHF angekommen sahen wir auf Gleis 21 einen weiß-roten, sehr aerodynamisch geschnittenen Zug stehen...das sollte also das Vehikel sein, das uns bis nach Frankfurt am Main bringen sollte. Die Reise wäre auch komfortabler gewesen, wenn die Konstrukteure des ICEs an größere Gepäckablagen gedacht hätten, so musste einer von uns sein nasses Gepäckstück zwischen seinen Beinen halten. Aber das hat uns die Laune nicht vermiest, denn an der münchner Stadtgrenze ließen wir sowohl unsere Unisorgen als auch das schlechte Wetter zurück. Nach dreistündiger Fahrt sahen wir allmählich die Skyline Frankfurts. Kurz nach ihrem Erscheinen kam auch die zweisprachige Durchsage des Zugchefs sein charmantes "Ssänk ju for träwelling wis Deutsche Bahn, gutt baj" hat uns frohen Gemütes und mit großer Lust auf 1-2 Zigaretten schnell zum Gleis 12 des Frankfurter Hauptbahnhofs hetzen lassen.

Nach wenigen Minuten und 2 Zigaretten kam auch schon der IC der uns nach Marburg brachte.
Basti bekam schon fast Heimatgefühle als er die Durchsage "Näxt stopp Friedbörg" hörte...Lukas ebenso, da wir uns immer näher an seine Heimat herantasteten.

In Marburg angekommen trafen wir, wie vorher verabredet, auf Amelie, eine langjährige gute Freundin, die uns dann die Wohnungsschlüssel der Wohnung von Lukas' Bruder gab und uns auch dort hinbrachte.

Dort hielt es uns aber nicht allzu lange, denn Marburg lockte mit seiner unvergleichlichen Schönheit und den, im wahrsten Sinne des Wortes, atemberaubenden Treppen in der Oberstadt. Selbst Basti, der alle Städte mit Friedberg (Bayern!) vergleicht, musste zugeben, dass die Friedberger Altstadt im Vergleich zur Marburger Oberstadt nur ein Schattendasein führt.

Nach schweisstreibenden Besteigungen der Marburger Oberstadt und der Spiegelslust kehrten wir schließlich in Vorfreude auf eine warme Dusche in unsere vorübergehende Bleibe ein, nur umn fest zu stellen, dass die Zentralheizung, die auch das Wasser erwärmt, nicht funktioniert, und wir wie Anno dazumal unser Wasser erst selbst erhitzen mussten, um zumindest die notwendige Grundwäsche durch zu führen.

Am nächsten Tag ging es nach Raumland, einem Dorf im Gemeindegebiet einer der größten Städte Deutschlands. In gespannter Erwartung auf die Begrüßung durch Lukas' Hund Snoopy stiegen wir aus dem Auto aus. Den Grzesiakschen' Geschichten nach zu Urteilen war Snoopy bisher völlig fremden Personen eher aggressiv begegnet. Zu Lukas' Verwunderung verbiss sich Snoopy nicht in Bastis Bein, sondern sprang an ihm hoch, begrüßte ihn genauso wie sein Herrchen und schleckte ihm sogar das Gesicht ab, als es in Reichweite seiner Schnauze kam.

Nach einer kurzen SKF (Stadt-Kontroll-Fahrt), einem Spaziergang auf dem Rothaarsteig und einem Besuch eines türkischen Spezialitätenrestaurants (Döner mit Burgersoße!) ging es auch wieder nach Hause wo wir uns jeweils eine Flasche polnisches Bier genehmigten.

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen denn es stand eine Fahrt nach Siegen und Köln an.
Das Gute an Siegen....nichts. Das Gute an Köln so einiges...inklusive der 509 Stufen auf die Aussichtsplattform des Domes und der kostenlosen Proben am Schokoladenbrunnen des Schokoladenmuseums. Und sogar die missglückte Exkursion zum Ostasiatischen Kunstmuseum (das wegen Umbauarbeiten geschlossen war) hatte auch noch etwas Gutes: beim Anblick der kölner Universität waren wir wieder einmal froh in München zu studieren. Lukas hatte seinen Spaß auf der Autobahn, auf der er sich wieder mal austoben konnte.

Danach waren wir wieder in Bad Berleburg um unsere Begleitung des Tages (Claudia) heim zu bringen.
Lust das Auto wieder ab zu stellen hatte Lukas noch nicht, also ging es auf nach Winterberg, wo wir einen kurzen Blick auf die Rennbobbahn werfen konnten, und im "Gasthaus zum goldenen M" Speis und Trank zu uns nehmen durften.

Am heutigen Tage ging es eher ruhig zu. Ausschlafen, gut duschen, frühstücken.
Mittags fuhren wir nach Berleburg um eine Runde durch den Schlosspark zu gehen, und um das Heim der Fürstenfamilie von Wittgenstein äusserlich zu betrachten. Die Schlossstraße herab an mit Schieferplatten beschlagenen Häusern vorbei gingen wir wieder zu unserem Fahrzeug und feierten mit Freunden und Nachbarn den Geburtstag von Lukas' Mutter. Nach einem ausgiebigen Mahl wurden wir wieder nach Marburg chauffiert, von wo aus wir Morgen nach Giessen fahren um dort unseren Bus nach Polen zu nehmen.

Im nächsten Post: Bericht einer Busfahrt die sehr entspannend und stressfrei verlief....oder auch nicht.

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